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KalenderBlatt 5. Juni 2020

Die biblische Losung für heute, Pfingst-Freitag, 05. Juni 2020:

Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Psalm 42,4

Lass dir an meiner Gnade genügen;
denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.
2.Korinther 12,9

Im Zusammenhang von Gesprächen rund um eine kirchliche Trauung kommt es immer wieder zu einer – durchaus staunenden – Erkenntnis: Mit der Entscheidung, zum TrauSegen zu zu knieen, macht ein Mensch immer auch eine Botschaft deutlich. Der Kniefall ist ein äußeres Zeichen der eigenen Ohnmacht; er gibt zu wissen: Meine Hilfe kommt von meinem Gott; ich bin froh, diesen Gott als meinen kräftigenden Begleiter zu wissen. Gott und sonst keinem gestehe ich Macht über mich zu.

In einer zunehmend (angeblich) emanzipierten Welt ist der Kniefall aus der Mode gekommen. Das ICH ist stark, selbstbewusst, bewegt Welten. Wir lernen, uns durchzusetzen. Die „Macht“ des kleinen Mannes kann sich erkämpfen, erstreiten, was gerade wichtig erscheint. Da kniet niemand mehr.

Und dann diese Bilder aus den Vereinigten Staaten … inzwischen weltweit: Schwarze knien nieder, um stumm ihren Protest gegen rassistische Verhaltensweisen kundzutun. Auf Straßen, in Stadien, mitten im Gewaltchaos. Und jetzt auch Weiße, sogar Polizisten: Viele knien nieder.

Das Knien ruft „laut“ in die aufgebrachte Menge hinein: Einhalten! Ruhe! Ich lege meine Macht aus den Händen! Ich bitte um Nachdenken! Stoppt die fürchterliche Spirale der Gewalt!

Diese ursprünglich fromm, religiös verwurzelte Geste beginnt zu wachsen. Sie ergreift ihre Botschaft: Ohne Worte, aber vollkommen klar und deutlich. Wenn es nicht gelingt, der Gewalt OHNE Gewalt Einhalt zu gebieten, wird Gewalt Gewalt gebären. Das ist der Untergang.

Und: Erst, wenn ein Mensch seine Mächtigkeit wie eine Rüstung abgelegt hat, wird wieder sichtbar, wovon wir eigentlich leben. „Gnade“ nennt die Bibel alle Erfahrung, die dem Leben hilfreich dient. Gnade ist kein Ding, das ich kaufen kann. Gnade ist ein Geschenk, ein Teilnehmen-lassen, ein Raum-geben.

Gottes Kraft lässt uns entdecken: Auch gegensätzliche Überzeugungen können ein friedliches und spannendes Lebens-Gefüge aufbauen. Die christliche Ökumene ist – in aller Schwierigkeit – dazu ein lebendiges Beispiel. Knieende Polizisten und empörte Schwarze geben kund: Wir stehen für eine Welt, in der Schwachheit keine Schmach der Verlierer, sondern die Kraft zu einem Neuanfang in sich birgt.

Knien wir uns. Ruhig. Selbstbewusst. Zu einem Gebet. Und lassen Gottes Gnade wachsen.

Gottes begleitenden Segen wünscht Ihr Pfr. Dietrich Tiggemann … bis morgen …

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