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Umweltbericht der St.Thomas Gemeinde

Eine Baumreihe entsteht – der erste Konfibaum im St.Thomas-Park

Der Park auf dem Gelände der St.Thomas-Kirche in Augsburg-Kriegshabe ist für die Menschen im Stadtteil eine kleine Oase, die für kurze Pausen im Alltag gerne genutzt wird. Aktive Gemeindemitglieder setzen sich regelmäßig dafür ein, die Artenvielfalt in diesem Gelände immer weiter zu erhöhen. So entstanden bereits eine Blumenwiese, ein Insektenhotel, ein mediterranes Kräuterbeet, eine Beeren-Naschecke, verschiedenste Vogelnistkästen und eine wegbegleitende Baumallee.
Der Wunsch, auch die weitere Wegeverbindung im Gelände mit einer Baumreihe zu begleiten, entwickelte sich zu der Idee, diese Pflanzung über mehrere Jahre zu verteilen und mit dem jeweiligen Konfirmandenjahrgang einen persönlichen Erinnerungsbaum zu pflanzen.

Als Baumart wurde ein Apfeldorn (Crataegus lavallei ‚Carrierei‘) gewählt, der als Kleinbaum mit kompakter Krone im Frühjahr insektenfreundlich blüht und im Herbst vogelnährende Früchte trägt.

Am 21.04.2023 war es dann so weit. Die diesjährigen Konfirmanden von ThomBergen trafen sich im St.Thomas-Park, um gemeinsam einen Erinnerungsbaum zu ihrer Konfirmation zu pflanzen. Zur symbolischen Bekräftigung wurde zunächst von allen das persönlich schönste Erlebnis aus dem vergangenen Konfirmandenjahr auf eine farbige Papierscheibe geschrieben und in die Baumkrone gehängt. So geschmückt wurde das immerhin schon fast 3 m hohe und etwa 12 Jahre alte Bäumchen mit seinem schweren Ballen in die Pflanzgrube gehievt. Diese war in den Tagen zuvor bereits von fleißigen Helfern vorbereitet worden, so dass den Jugendlichen nur noch das Zuschaufeln, Angießen und Verankern blieb. Mit vereinten Kräften wurde der Baum senkrecht ausgerichtet, Pflöcke in den Boden geschlagen, schwere nasse Erde geschaufelt, Gießkannen geschleppt, fotografiert und gelacht. Mit Einbruch der Dunkelheit konnte der Baum mit gutem Gewissen dem drohenden Gewitter überlassen werden.
Bleibt zu hoffen, dass er sich zum Konfirmationsgottesdienst, 16 Tage später, in prächtige Blüten hüllt und den eingeladenen Gästen voller Stolz und Freude gezeigt werden kann.

Das Projekt wurde mit Städtebaufördermitteln des Bundes, des Freistaats Bayern und der Stadt Augsburg aus dem Verfügungsfonds Kriegshaber / Reese Kaserne unterstützt. Die St.Thomas-Gemeinde sagt herzlichen Dank!

Auszeichnung der Gemeinde St. Thomas mit der Plakette „Laudato si“

Im letzten Jahr hat das Bistum Augsburg erstmals die Plakette „Laudato si“ als Auszeichnung für alle ausgelobt, die sich um den Erhalt der Schöpfung mit besonderen Projekten bemühen. Die Auszeichnung beruft sich auf Papst Franziskus und seine Enzyklika „Laudato si“, die dazu beitragen will, unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen als unser von Gott verliehenes „gemeinsames Haus“ zu schützen.

Mitmachen konnten alle Gruppierungen, Einrichtungen, kirchliche Organisationen, auf dem Gebiet der Diözese Augsburg: Kindergärten und Schulen, die die Initiative von Papst Franziskus unterstützen und sich für eine lebenswerte Zukunft engagieren.

Auch der Umweltausschuss hat sich für die Gemeinde St. Thomas mit einem Projekt   beworben, bei dem gemeinsam mit der Hochschule Augsburg ein möglichst klimaneutraler Ersatz für die veraltete und marode Heizungsanlage gesucht wurde. Hierbei ging es nicht nur um das Ergebnis des Projekts, sondern im Vordergrund stand der Weg dorthin als Erarbeitung eines Wegs zur Klimaneutralität in gemeinsamer Verantwortung.

Unser Einsatz um den Erhalt einer lebenswerten Umwelt wurde jetzt mit dem Erhalt der Plakette gewürdigt, die an der Kirche St. Thomas angebracht wurde.

Sie soll für Alle ein sichtbares Zeichen setzen und dazu anregen, dass wir Schöpfungsverantwortung  übernehmen und uns aktiv einbringen wollen, um die Zukunft unserer Erde zu sichern.

Gemeinsamer Filmabend Jugend und Umweltausschuss St.Thomas

Der Umweltausschuss St. Thomas hat einen gemeinsamen Filmabend mit der Jugend organisiert. Gezeigt wurde der Film „DEAR FUTURE CHILDREN“, der das Leben von drei jungen Frauen aus drei verschiedenen Kontinenten zeigt, die für die Zukunft kämpfen, und sich auch durch Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer nicht abschrecken lassen. Ihre Themen sind Kampf gegen Umweltzerstörung und die Forderung nach Gerechtigkeit und Demokratie.

Der Film hinterließ bei allen Teilnehmern eine tiefe Betroffenheit vor allem über den Mut der Frauen bei ihrem Kampf um Grundrechte, die uns selbstverständlich sind, und die in den betroffenen Ländern mit allen Mitteln der Staatsmacht verhindert werden.

Weitere gemeinsame Aktivitäten und Unternehmungen werden von allen Teilnehmern befürwortet.

Annelies Rek

Umwelterklärung der St.Thomas Gemeinde

Ältere Nachrichten aus dem Umweltausschuss und vom Grünen Gockel finden Sie hier.

Der Grüne Gockel in St.Thomas

Ein Grüner Gockel ist keine Mutation und keine Spielerei der Natur. Nein, der Grüne Gockel hat was mit Umwelt (grün) und mit Richtungsweisung (Wetterhahn) zu tun. Ein Wetterhahn ist auf vielen Gebäuden, insbesondere jenen der Kirchen zu sehen und gibt an wie der Wind weht. Das sind auch schon die Bausteine zur Begriffserklärung.

Der Grüne Gockel ist aber auch ein kirchliches Umweltmanagement-System (UMS), mit dem die Umweltauswirkungen einer meist evangelischen Gemeinde erfasst und bewertet werden. Bekannt ist das UMS bereits bei großen Industriekonzernen, aber Kirchengemeinden stehen dem nicht mehr nach. Gerade kirchliche Gemeinden fühlen sich der Schöpfungsverantwortung besonders verpflichtet.

Warum ein Umweltmanagement in St.Thomas?

Was bedeutet unser heutiges Handeln für die Generation unserer Kinder und Enkel?
Wie können wir unseren Auftrag, die Schöpfung zu bewahren noch ernster nehmen?

Wir verbrauchen in unserer Gemeinde Energie, Wasser, Papier, und andere Verbrauchsmaterialien, erzeugen Abfall und Abwasser und tragen zur bedrohlichen Erwärmung unserer Erde bei. Zugleich ist uns wichtig, die Schöpfung Gottes zu bewahren und die Erde für die kommenden Generationen zu erhalten. Dies ist auch aber nicht nur global gesehen eine Frage der Nächstenliebe. Daher dürften wir eigentlich nur soviel verbrauchen, wie wir auch wieder neu erzeugen oder es sich selbst regenerieren kann. In den letzten Jahren sind diese Gedanken immer mehr in den Vordergrund gerückt, viele Firmen haben in den Umweltschutz investiert und ihre Verbräuche gesenkt. Unser Land strebt eine Energiewende an. Aller Orten werden Solaranlagen und Windräder installiert.

Unser Gemeindekirchenrat hat deshalb beschlossen, unser Handeln in St.Thomas auf den Prüfstand zu stellen und sich konsequent um Verbesserung zu bemühen. Wie können wir den Verbrauch an Ressourcen senken? Wie können wir das Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung stärken?

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Wir nehmen wie bereits über 100 Gemeinden in Bayern eine Anregung unserer Landeskirche auf und gehen nach einem etablierten Prinzip vor, welches die Europäische Kommission bereits 1993 aufgestellt hat, die „EMAS*-Verordnung“. Bei den Kirchen heißt dieses Prinzip „Grüner Gockel“. Die Grundprinzipien sind recht einfach: eine Bestandsaufnahme z.B. der Verbräuche, deren Bewertung und die Aufstellung von eigenen Zielen zur kontinuierlichen Verbesserung. Dieser Prozess wird voraussichtlich auch mit erkennbaren Maßnahmen in St.Thomas verbunden sein.

Zunächst stehen unsere Gebäude in St.Thomas Kirche im Vordergrund. Beispielsweise wird zu prüfen sein, ob wir mit dem Energieverbrauch zufrieden sind. Hier könnten Potenziale für die Umwelt und unseren Haushalt schlummern. Aber es könnte auch um weitere Fragen gehen: Wo kaufen wir ein? Welches Material verwenden wir? Bietet unser Kirchturm und unsere Grünflächen Raum für seltene Tierarten? Kommt in unseren Gruppen und am Gemeindefest das Thema Umwelt vor? Wenn man einmal anfängt nachzudenken, wird man kreativ.

Alle in unserer Gemeinde sind ganz herzlich eingeladen, mitzumachen, mitzudenken, mit zu gestalten. Denn jedes Team ist nur so gut, wie die Menschen, die ihm zuarbeiten. So kann der Grüne Gockel das Anliegen vieler werden. Ein afrikanisches Sprichwort passt deshalb sehr gut zum Grünen Gockel:

Viele kleine Leute,

an vielen kleinen Orten,

die viele kleine Schritte gehen

können das Gesicht der Welt verändern.

In Verantwortung der Schöpfung gegenüber, für diese Eine Welt.

[*] EMAS = Eco Management and Audit Scheme

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Hilmar Mante
Umweltbeauftragter St.Thomas

Die Schöpfungsleitlinien unserer Gemeinde

Vorbemerkung – Bedeutung der Schöpfungsleitlinien

Die Schöpfungsleitlinien beschreiben in allgemein gehaltener Form, in welche Richtung sich die Kirchengemeinde im Wahrnehmen ihrer Schöpfungsverantwortung kontinuierlich verbessern will. Die Schöpfungsleitlinien stellen quasi die „umweltbezogene Verfassung“ der Kirchengemeinde dar und sollten von möglichst Vielen mitgetragen werden.

Die Schöpfungsleitlinien entsprechen im Rahmen von EMAS[*] der Umweltpolitik. Dort ist in Artikel 2 Nr. 1 definiert: „Umweltpolitik“: die von den obersten Führungsebenen einer Organisation verbindlich dargelegten Absichten und Ausrichtungen dieser Organisation in Bezug auf ihre Umweltleistung, einschließlich der Einhaltung aller geltenden Umweltvorschriften und der Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung. Sie bildet den Rahmen für die Maßnahmen und für die Festlegung umweltbezogener Zielsetzungen und Einzelziele.


[*] Verordnung Nr. 1221/2009 des europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung …

Präambel

„Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ (1. Mose 2,15)

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen und nehmen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung an und wollen den Auftrag der Bewahrung der Schöpfung ernst nehmen.

Wir wollen uns als Gemeinde für nachhaltige Lebensbedingungen einsetzen.

Der Mensch ist Geschöpf und Mitgeschöpf.

Der Mensch ist eingespannt in ein weltweites Lebensnetz.

Deshalb wollen wir in Solidarität mit anderen Menschen verantwortlich mit den natürlichen Ressourcen umgehen und uns für die Nachhaltigkeit unseres Handelns in ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen einsetzen. Wir möchten dabei die Qualität der Lebensbedingungen zukünftiger Generationen und daher auch die Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Sinne unserer Schöpfungsverantwortung erhalten.

Hierfür tragen wir als Christinnen und Christen in besonderem Maße Verantwortung.

Der Mensch ist eingebunden in die Geschichte.

Aus Fehlern der Vergangenheit wollen wir lernen, nachhaltiges Verhalten in der Gegenwart üben und anwenden und damit ein Beispiel für zukünftige Generationen sein. Aus christlicher Nächstenliebe wollen wir darauf acht geben, dass unser Lebensstandard nicht auf Kosten anderer Menschen oder der Umwelt geht.

Wir beteiligen uns als Gemeinde am kirchlichen Umweltmanagement „Grüner Gockel“ und sind bestrebt, ein Umweltmanagementsystem in St.Thomas aufzubauen. Dies soll als Prozess aus ständiger Reflexion und Fortschreibung Bestand haben. Dabei sind uns die gesetzlichen Vorschriften Mindestanforderung.

Auf unserem Weg suchen wir Begleiter und Begleiterinnen, die mit uns Erfahrungen und Ideen austauschen. Anregungen und Kritik helfen uns, unser System stetig zu überprüfen und zu verbessern. Über unsere Umweltaktivitäten wollen wir regelmäßig informieren, um das Bewusstsein unserer Gemeinde für Themen wie Schöpfungsverantwortung und Umweltschutz zu sensibilisieren. Unser Umweltmanagementsystem soll auf dem Umwelt- und Qualitätsbewusstsein sowie dem Mitdenken und der Motivation aller Beteiligten beruhen.

In unserem gemeinsamen Handeln als christliche Kirche geben wir ein lebendiges Zeugnis für unseren Glauben an Gott, den Schöpfer. Dabei verstehen wir unser Umweltmanagementsystem als Teil einer weltweiten ökologischen Lerngemeinschaft. Hierdurch nutzen wir die Chance, in Solidarität mit allen Menschen dieser Erde etwas zu bewegen und nachhaltig im Sinne des konziliaren Prozesses „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ zum Besseren führen zu können.

Die Schöpfungsleitlinien wurden am 22. Oktober 2014 durch das Leitungsgremium der Kirchengemeinde St.Thomas, den Gemeindekirchenrat, beraten und einstimmig beschlossen.

Unser Umweltausschuss

Hilmar Mante (Umweltbeauftragter, Umweltauditor), Dr. Karin Mante, Gregor Pahl, Annelies Rek, Julia Zimmer (Umweltbeauftragte – Vertretung)

Sie erreichen uns per E-Mail unter: hmante@web.de

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