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0821 / 401311 0821 / 4444946 pfarramt.stthomas.a@elkb.de Rockensteinstr. 21, 86156 Augsburg

St. Thomas Chapel

Columbusstraße 7
86156 Augsburg-Kriegshaber

Seit über 20 Jahren ist die Chapel ein vielseitiger und lebendiger Ort mitten in unserer Gemeinde. Hier treffen sich regelmäßig ganz unterschiedliche Gruppen und Kreise: unsere Jugend, die Konfis, der Chor „Chaplains“, der Tanzkreis – und viele mehr.

Die Geschichte der St. Thomas Chapel

Von „Little America“ zur Evangelischen Meile
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Augsburg mehrere Wohnviertel für amerikanische Soldatenfamilien errichtet. Zwischen 1953 und 1957 entstanden im Westen der Stadt sogenannte Housing Areas – darunter Cramerton und Centerville. Zu Hochzeiten lebten hier bis zu 30.000 Amerikaner in einem abgeschotteten Stadtbereich mit eigener Infrastruktur: Schulen, Einkaufsläden, Clubs, Sportanlagen – und auch Kirchengebäude.
Im Juli 1954 wurde in diesem Kontext die Chapel erbaut – eine Kapelle mit 354 Sitzplätzen, die von allen Religionsgemeinschaften genutzt werden könnte. Sie wurde nach den standardisierten Plänen errichtet, ganz im Stil des amerikanischen Militärapparats.

Umbruch und Neuanfang
Als 1998 die amerikanischen Streitkräfte Augsburg verließen, standen tausende Wohnungen leer – ebenso die Chapel. Der Stadtteil rund um die Hooverstraße war nun geprägt von sozialen Herausforderungen: Leerstand, Perspektivlosigkeit, Gewalt, Nationalitätenkonflikte.
Ein Netzwerk aus Bürgerengagement, sozialen Initiativen und Kirchengemeinden formierte sich. Auch die evangelischen Gemeinden St. Thomas (Kriegshaber), St. Paul (Pfersee) und Friedenskirche (Stadtbergen) wollten Verantwortung übernehmen – und entwickelten ein gemeinsames Nutzungskonzept für die Chapel.

Die Chapel als Gemeinderaum
Schon im Jahr 2000 entstanden hier erste neue Gruppen: Mutter-Kind-Treffen, Hausaufgabenhilfe, erste Gottesdienste. Am Heiligen Abend 2000 kamen bereits rund 60 Menschen zusammen. Ab 2001 gab es regelmäßig Gottesdienste – immer am ersten und dritten Sonntag im Monat.
In den Folgejahren wurde die Chapel umgebaut und renoviert. Am 30. März 2003 konnte sie offiziell wiedereröffnet werden – nun als Teil der Kirchengemeinde St. Thomas und als Teil der neuen „Evangelischen Meile“ in der Hooverstraße.

Nutzung & Vermietung der Chapel

Die Chapel kann auch für Veranstaltungen genutzt werden – insbesondere von sozialen Trägern, gemeinnützigen Initiativen und engagierten Gruppen im Stadtteil.

Wenn Sie Interesse haben, die Chapel zu nutzen, wenden Sie sich bitte an das Pfarramt. Wir prüfen jede Anfrage sorgfältig und achten darauf, dass die jeweilige Veranstaltung zum Charakter und Erscheinungsbild der Chapel passt. Bitte beachten Sie, dass die Chapel nicht für private Feiern zur Verfügung steht. Hier finden Sie die aktuelle Gebührenordnung der Chapel.

Stimmen aus der Anfangszeit – Interview mit Diakon Wolfgang Meyer

Im Jahr 2000 war Diakon Wolfgang Meyer einer der ersten, der im neuen Wohngebiet südlich der Bürgermeister-Ackermann-Straße Gemeindearbeit aufbaute. Im Interview mit Claudia Böhme erinnert er sich an die Anfänge – an mutige Schritte, bewegende Gottesdienste und starke Begegnungen.

Ich habe Menschen getroffen, die sich auf viel Neues einließen und bereit waren sich in die multi-kulturelle Gemeinschaft einzubringen. Ich habe allerdings auch Menschen getroffen, die Angst hatten, ihre heimatlichen Traditionen zu verlieren. Bei allen war jedoch spürbar, dass sie friedliche Heimat und Geborgenheit suchten.

Die erste Aufgabe war, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in bereits bestehenden Projekten zu unterstützen und die Arbeit zu intensivieren. Die räumlichen Möglichkeiten waren damals sehr begrenzt. Wir hatten nur den Pavillon (heute „Schlauer Fuchs – Interdisziplinäre Frühförderstelle“) zur Verfügung. Wir haben Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe und Starthilfen für Aussiedler und Neuankömmlinge angeboten. Ein Schwerpunkt  waren Gottesdienste in allen erdenklichen Formen.

Der Gottesdienst an Heilig Abend im Jahr 2000. Wir feierten in der Ruine der Chapel, auf Bierbänken, ohne Heizung und ohne Strom, nur mit Kerzen für die Gottesdienstbesucher und am Weihnachtsbaum. Eine sehr schöne und gute Erinnerung habe ich auch an den Baustellengottesdienst im Jahr 2002. Mitten auf der Baustelle und mit viel Gerüst umgeben hielten wir einen Familiengottesdienst mit starker Aussagekraft und Emotionen, das entstehende Begegnungszentrum Chapel im Blick. Ich denke mit Freuden zurück an die Gründung der des Chors „Chaplains“, die auch heute unter professioneller Leitung engagiert und mit Liebe zur Musik die Menschen erfreuen. Oder an den Großpolder Chor, der eine Bleibe für Proben, Gottesdienste und Aufführung suchte. Das Leuchtersingen war immer ein Erlebnis, obwohl wir manchmal nicht wussten, ob wir die über 200 Leute in der Chapel unterbringen würden.

Die Kontakte sind leider weniger geworden, was sich durch die Arbeit meiner Frau und durch meine Arbeitsstelle außerhalb von Augsburg ergibt. Wenn es sich ergibt, besuchen wir Gottesdienste, Gemeindefeste und Aufführungen der „Chaplains“.

Ansprechpartner
Bei Fragen, Anliegen rund um die Chapel wenden Sie sich bitte an das Pfarramt.

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