Seit März 2004 bieten wir einen offenen Mittagstisch für alle an. Damit setzt unsere Gemeinde einen diakonischen Schwerpunkt in ihrer Arbeit und trägt dazu bei, die Bemühungen im Stadtteil um soziale Gerechtigkeit zu stärken. Wir ermöglichen in St. Thomas Gemeinschaft: Die Liebe Gottes zu uns Menschen geht jetzt buchstäblich durch den Magen.
Jesus wurde beim Brotbrechen und in der Tischgemeinschaft als der Christus erkannt. In dieser Tradition steht die Vision von „Nicht nur ein Ma(h)l!“ in St. Thomas: Menschen sollen auf zeitgemäße und offene Weise an einen Tisch gebracht werden. Hier begegnen sich unterschiedliche Lebenswelten: Arme und Reiche, Christen und Suchende, Kinder und Erwachsene.
Die Offenheit der Mahlfeiern Jesu dient uns dabei als Leitbild und Ansporn. Deshalb soll „Nicht nur ein Ma(h)l!” kein weiterer fester Kreis innerhalb der Gemeinde sein. Es gibt keine Stammplätze, keine Reservierungen und keine Anmeldung – jede und jeder ist willkommen.
Besonders wichtig ist uns, dass Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr kostenlos essen können, die Kosten übernimmt die Gemeinde. Seit dem 1. Januar 2015 zahlen alle anderen Gäste lediglich 1,00€. Tatsächlich kostet uns das Drei-Gänge-Menü etwa 5,00€ pro Person. Wir sind daher umso dankbarer für alle, die mehr geben können, und für jede Spende.
So ist „Nicht nur ein Ma(h)l!” zu einem offenen Mittagstisch für 60 bis 80 Menschen geworden. Ehrenamtliche bereiten mit viel Engagement ein köstliches Drei-Gänge-Menü zu. Der Mittwoch ist ein fester Termin und bietet gerade einsamen Menschen eine verlässliche Struktur, die ihnen Halt und Orientierung im Alltag schenkt.
Unsere nächsten Termine – Sie sind herzlich willkommen!
„Nicht nur ein Ma(hl)!“ feiert 20 Jahre diakonischen Mittagstisch
Was im März 2003 als kleines, mutiges Projekt begann, ist heute aus St. Thomas nicht mehr wegzudenken. Im festlich gedeckten Gemeindesaal wurden damals Griesnockerlsuppe, ein bunter Salat, Putengeschnetzeltes mit Spätzle und ein Himbeer-Tiramisu serviert. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass aus diesem ersten Mittagessen der diakonische Mittagstisch „Nicht nur ein Ma(h)l!“ entstehen würde, der auch 20 Jahre später noch lebendig ist.
Schon zum zehnjährigen Jubiläum zog das Projekt eine beeindruckende Bilanz: An 360 Mittwochen außerhalb der Schulferien bewirteten die Ehrenamtlichen rund 25.000 Gäste. Der damalige Pfarrer Martin Dorner brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt, als er sagte, hier seien manchmal mehr Menschen beim Essen als im Gottesdienst. Über die Jahre hinweg wurde „Nicht nur ein Ma(h)l!“ weit über die Gemeinde hinaus bekannt. Sogar prominente Köche unterstützten das Projekt, etwa 2011, als der Sternekoch Albert Oblinger in St. Thomas am Herd stand. Zahlreiche Auszeichnungen würdigten das Engagement, darunter der Innovationspreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Seniorenpreis der Stadt Augsburg und die „Silberdistel“ der Augsburger Allgemeinen.
Trotz dieser Erfolgsgeschichte blieb das Projekt nicht von Herausforderungen verschont. Der Abschied von Gründerin Hannelore Weber und vieler langjähriger Mitarbeitender im Jahr 2018 sowie die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns brachten den Mittagstisch zeitweise an den Rand des Scheiterns. Doch „Nicht nur ein Ma(h)l!“ hat sich neu aufgestellt. Heute liegt die Projektleitung bei Dieter Mitulla, der seit 2017 mit großem Engagement in der Küche von St. Thomas wirkt. Zwar ist das Team kleiner geworden und das Durchschnittsalter hoch, doch es gelang, ein vollständiges Kochteam zu bilden. Der Mittagstisch findet derzeit einmal im Monat statt – verbunden mit der Hoffnung, künftig wieder häufiger Menschen an einen Tisch bringen zu können.
Jedes Menü bedeutet für das Team mehrere Tage intensiver Vorbereitung. Bereits zu Wochenbeginn werden Angebote verglichen, Menüs geplant und Einkaufslisten erstellt. Dabei legt Dieter Mitulla großen Wert auf regionale und saisonale Produkte. Suppen und Saucen werden grundsätzlich frisch zubereitet, Fertigprodukte kommen nur dort zum Einsatz, wo Zeit oder Kühlkapazitäten Grenzen setzen. Eingekauft wird nicht nur im Großmarkt, sondern auch direkt bei regionalen Produzenten, etwa beim Spargelhof in Inchenhofen. Ist alles vorbereitet, werden Speisekarten erstellt, veröffentlicht und die Abläufe in einer detaillierten Mise-en-place-Liste genau geplant.
Der Mittwoch selbst beginnt früh. Ab 8 Uhr wird in der Küche vorbereitet, ab 9 Uhr arbeiten im Schnitt zehn Ehrenamtliche Hand in Hand: Der Saal wird dekoriert, die Tische gedeckt, Gemüse geschnitten, Speisen portioniert und abgeschmeckt. Trotz ihrer Größe ist die Küche in St. Thomas hervorragend ausgestattet und erlaubt ein präzises, eingespieltes Arbeiten. Wenn ab 12 Uhr die Gäste eintreffen, zählt jede Minute, damit alle Speisen heiß und frisch auf den Tisch kommen. Gegen 14 Uhr beginnt das gemeinsame Aufräumen, anschließend essen die Mitarbeitenden zusammen und tauschen sich kurz über den Tag aus, bevor Küche und Saal gründlich gereinigt werden. Nicht selten endet ein Kochtag erst gegen 17 Uhr.
Am Mittwoch, den 13. März 2024, wurde das 20-jährige Jubiläum von „Nicht nur ein Ma(h)l!“ mit einem festlichen Menü gefeiert. Wie immer kostete das Essen nur einen Euro, freiwillige Spenden waren herzlich willkommen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre aßen kostenlos.
„Nicht nur ein Ma(h)l!“ steht seit 20 Jahren für gutes Essen, offene Türen und gelebte Gemeinschaft – und dafür, dass ein gemeinsamer Tisch Menschen verbinden kann.
Ansprechpartner bei Fragen, Anregungen oder Wünschen
Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich gerne an Dieter Mitulla (Kontaktaufnahme über das Pfarramt) wenden.


















