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Das KalenderBlatt 3. Juli 2020

Die  biblische Losung für heute, Freitag, 03. Juli 2020:

Deine Hände haben mich gemacht und bereitet;
unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne.
Psalm 119,73

Und das ist sein Gebot, dass wir glauben
an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander.
1.Johannes 3,23

Haben Sie eine lebendige Erinnerung an die eigene Zeit zur Vorbereitung auf die Konfirmation? Für mich ist diese Zeit geprägt durch strenge Abfragen durch den Pastor; es galt jede Menge Zahlen, Gesangbuchlieder – vollständig! –, den Kleinen Katechismus und enorm viele Bibelverse auswendig zu lernen; und diese mussten wir ununterbrochen parat haben: traf uns der Pastor, konnte es passieren, dass „mal eben“ abgefragt wurde. Keine gesunde Erinnerung an diese Zeit.

Und dennoch: es ist verrückt – sie hat mir gut getan. Warum das? Unter dem Auswendiglern-Druck habe ich gelitten. Meine Wut auf „die Kirche“ war gewaltig. Einsicht fehlte mir restlos.

Erst viele Jahre später begann irgendwo tief in meinem Herzen etwas heranzuwachsen. Zu manchen Erlebnissen meines Alltags stellte sich unwillkürlich ein gelernter Vers ein, gab mir eine Sprache. Dann ergriff mich das Bonhoeffer-Studium; ich lernte beklommen bei diesem großen Mann, dass ihm in seiner Gefängnis-Isolation alle gelernten Texte, Worte, Lieder, Bibelverse eine Hilfe wurden, nicht kaputt zu gehen, durchzudrehen. Heute ergreift mich tiefe Berührung, wenn mir stark demenz-erkrankte Menschen mit einem Mal klar und belebt folgen können, wenn ich mit ihnen das VaterUnser, den Psalm 23, das Lied „Lobe den Herrn“ singe, bete, erlebe, dem darin pulsierenden Geist nachspüre.

Auswendiglernen hält nicht nur den Geist wach, trainiert meine verschlungenen Gehirnwindungen und verleiht meinem Glauben eine Sprache. Ausweniglernen ist Vorsorge. Was ich in meinem Gedächtnis mit mir trage, kann mir niemand mehr nehmen; nur ich selbst, wenn ich aktiv verlernen will.

Wie unfassbar weise das Psalmenwort des heutigen Tages diese Erkenntnisse festhält! Mein Glaube an meinen Gott ist kein einfaches „Für-wahr-halten“. Mein Gott unterweist mich zu lernen; Worte, Texte, Erfahrungen, Begegnungen erfüllen mein Leben, machen es reich, sind Gottes Geschenke an mich Tag für Tag.

In der gemeinsamen Zeit mit Konfirmand*innen gehen wir heute andere Wege, den Glauben zu entdecken. Wir fahren mit Jugendlichen aus vielen Gemeinden auf ein Zeltlager: wir spielen, singen, lernen, sporteln, arbeiten am Glaubensverstehen. Und: auch das Auswendiglernen gehört dazu. Wir erleben miteinander: Gottes barmherzig tragendes Wort ist LebensBegleitung, täglich, auch in Einsamkeit, sogar in Geistesnacht.

Gottes begleitenden Segen wünscht Ihr Pfr. Dietrich Tiggemann … bis morgen …

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